parkschuetzer.deparkschuetzer.de

Hardenberg, Innocence in Danger, Wowereit: Das Schweigen im Walde…

7. April 2011

Seit meinem ersten Artikel zu  „Innocence in Danger“ bemühe ich mich, etwas Licht ins Dunkel der Organisation zu bekommen. Doch es wird abgeblockt. Bis heute kam beispielsweise keine Auskunft, wie viel Geld IiD aus diversen Partys der Vergangenheit tatsächlich für die Arbeit mit sexuell missbrauchten Kindern zur Verfügung stellen konnte. Eine dieser Veranstaltungen (2005) stand sogar unter der Schirmherrschaft der Gattin des damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler.

Immerhin weiß man, dass diese Events tatsächlich stattfanden und dass dafür  jede Menge Promis zusammen getrommelt werden konnten. Die Liste hunderter von Gästen im Laufe mehrerer Jahre liest sich wie ein Schickeria Who-is-Who: Mario Adorf, Brian Adams, Nadja Auermann, Begum Aga Khan, Alfred Biolek, Luise Köhler (die Frau von Bundes-Köhler) Désirée Nosbusch, Sandra Maischberger, Friede Springer, Otto Schily, Volker Schlöndorff, Klaus Wowereit…..etc. etc.

Nun spricht überhaupt nichts dagegen, dass Wowereit an einer solchen Veranstaltung teilnimmt. Allerdings wurde 2003 von der Welt gemeldet, dass er  94 Geschenke an die Stadt Berlin für die Tombola dieser Gala weiter verschenkt habe. Nun kann es ja sein, dass man nicht jeden Krempel aufbewahrt. Weshalb also nicht für eine Tombola spenden? Aber warum ausgerechnet an Innocence in Danger? Warum nicht beispielsweise für ein konkretes Kinderprojekt in Berlin? Keine Antwort.

Vielmehr konnte man sich in der Berliner Senatskanzlei lediglich erinnern, dass im Jahre 2005 mal „…eine Führung durch das Berliner Rathaus“ zur Verfügung gestellt wurde. Weitere Geschenke für die Auktion sind von hier nicht zur Verfügung gestellt worden. Aber was war jetzt 2003? Oder sonst? Keine Antwort. Auch keine Antwort auf die Frage, ob man wisse, wie hoch der Erlös dieser Veranstaltungen war. Merkwürdig. Ich habe auch schon an Spendengalas teilgenommen. Immer konnte ich aber irgendwo eine mit Stolz vorgetragene Erfolgsbilanz des Veranstalters zur Kenntnis nehmen. Doch von Innocence in Danger ist hierzu nichts zu erfahren.

Man weiss lediglich, dass Event-Organisator  jeweils die Firma Hardenberg Concept um Gräfin Isa Hardenberg ist. Ob der Laden noch gut läuft, weiß ich nicht. Es gab Gerüchte um verspätete Gehaltszahlungen. Meine entsprechende Anfrage wurde nicht beantwortet (die Gräfin ist diese Woche nicht im Büro).

In den anderen Wochen war sie aber offensichtlich leider für mich auch nicht im Büro Schließlich ist sie mit ihrer Agentur stark stark ausgelastet. So organisiert Ihre Hoheit laut Eigenwerbung „…die stilvollsten Galas, Partys und Diners der Hauptstadt. Sie ist die mächtigste Gastgeberin und Networkerin der Stadt mit einem besonderen Händchen für die richtige Mischung von Gästen und Feiern, die im Gedächtnis bleiben…“ Zugleich ist diese viel beschäftigte Gräfin mit dem besonderen Händchen Mitglied des Internationalen Ehrenkomitees von Innocence in Danger.

Da trifft es sich doch gut, wenn man das Nützliche für Kinder mit dem Geschäft verbinden kann. Aber wie viel Geld kam nun aus diesen Netzwerken glücklicher Händchen denn nun missbrauchten Kindern tatsächlich zugute? Meine Fragen an die Gräfin waren hierzu kurz und präzise:

1. Welche Erlöse konnten aus den von Ihnen durchgeführten Veranstaltungen an Innocence in Danger abgeführt werden? 2. Haben Sie für Ihre Bemühungen Honorar (und ggf. in welcher Höhe) erhalten oder erfolgte Ihr Engagement ehrenamtlich?

Nun sollte man doch denken, dass man zumindest die erste Frage gerne und mit Stolz beantwortet. Die Frage nach dem Honorar liesse sich leicht beantworten, da Gräfin Hardenberg aus ihrer Geschäftsführertätigkeit monatlich 10.000.– Euro erhalten soll. Außerdem hätte sie aus einem früheren Verkauf der Firma einen ordentlichen Millionenbetrag erhalten. Da wäre ein Verzicht zugunsten einer guten Sache sicher ehrenwert. Aber: Keine Antwort. Aus dem Umfeld der Gräfin erfährt man jedoch wenigstens, dass sie diese Fragen sehr „nervös“ gemacht hättten. Nervös? Warum?

Einer Lösung käme man möglicherweise auf die Spur, wenn man dort weiter hört, dass 40% der Einnahmen dieser wohltätigen Aktionen an Hardenberg statt an Kinder geflossen sein sollen. Nun gebe ich nichts auf Gerüchte, sondern fragte auch hier direkt:

Ich bitte um Mitteilung, ob Behauptungen zutreffen, dass 40% der Einnahmen aus Events zugunsten von Innocence in Danger Ihnen bzw. Ihrer Firma zugeflossen sind. Falls NEIN, welcher Prozentsatz trifft zu?

An dieser Stelle gibt versagte allerdings das Gedächtnis an die Partys. Halten wir also jetzt einmal fest:

1. Der regierende Bürgermeister zu Berlin spendet an die Stadt Berlin gerichtete Geschenke an Organisationen, ohne sich zu erkundigen, ob das Geld tatsächlich dem beabsichtigten Wohltätigkeitszweck zugeführt wird bzw. wie hoch die Erlöse zugunsten der Kinder waren.

2. Innocence in Danger macht keine Angaben, wie viel Geld mit den mit viel Öffentlichkeitsarbeit verbundenen Events zu Gunsten des eigenen Vereins eingenommen werden konnte.

3. Die mit der Durchführung betraute und mit Innocence in Danger gut verflochtene Firma Hardenberg Concept einschließlich der Gräfin zu Hardenberg machen keine Angaben, wie viel Geld sie an Innocence in Danger abgeführt haben.

Ich habe Wowereit jetzt gebeten, mir doch mal den Namen des angesehenen Anwalts und Notars zu geben, der die Auktion zumindest 2005  durchgeführt haben soll. Vielleicht weiß wenigstens der Herr Notar was. Aber vermutlich hat dieser Schweigepflicht. Oder sollte ich gleich nochmals die Präsidentin selbst  fragen? Stephanie Freifrau zu Guttenberg. Sie hatte ja auch andere Sorgen und jetzt eventuell wieder für mich Zeit.

7 Reaktionen zu “Hardenberg, Innocence in Danger, Wowereit: Das Schweigen im Walde…”

  1. Michaelam 7. April 2011 um 18:22 Uhr

    Ist Naja Auermann ein Kommentar zu ihrem Aussehen? *g*

    Anmerkung tauss: Das fehlende „D“ wurde eingefügt… 😉

  2. wolframcgnam 7. April 2011 um 18:35 Uhr

    Dieser merkwürdig-sonderbare Verein. Alleine schon durch „Tatort Internet – Schützt endlich unsere Kinder!!!111EINSELF“ und durch Freifrau von und zu Guttenberg sind die mir dermaßen unsympathisch. Ich würde eher Geld für „Ein Herz für Kinder“ von Bild spenden, als von denen auch nur einen Flyer zu nehmen.

    BAH!

  3. rebekkaam 8. April 2011 um 21:23 Uhr

    Hi Jörg, es muss sich um Menschen handeln, die es gar nicht gewohnt sind, sich zu rechtfertigen. Die kennen das nicht, haben sowas noch nie erlebt und halten das für absurd, dass sie über ihr Verhalten mal Auskunft geben müssen. „Internationaler Jetset“, Hochadel . . . was kann man da erwarten? Un-vor-stell-bar ist es für die seit Generationen, sich zu rechtfertigen. Wo genau ist eurer Geld hingeflossen? Das möchte die Öffentlichkeit gern wissen. Ich bin sicher, dass die Herrschaften gar nicht verstehen, was wir von ihnen wollen. Es ist ihnen rätselhaft.

  4. Ignatzam 9. April 2011 um 19:00 Uhr

    Hi rebekka,

    das glaube ich eher weniger. Jeder mir bekannte Verein gibt nur allzugern („und mit Stolz“, wie Jörg schreibt) Auskunft darüber, welche Veranstaltungen wie viel Geld eingebracht haben — spätestens wenn wieder einmal im Gottesdienst ein Umschlag mit diesem Geld oder symbolisch ein großer Scheck überreicht wird. Der Dank, den man dabei erfährt, streichelt ja immerhin das Ego der Vereinsmitglieder (weiß ich aus Erfahrung 😉 ).

    Entweder die IiD-Mitglieder waren bei noch keiner Spendenübergabe dabei und konnten folglich noch keine Anerkennung für ihr Werk ernten (dann müsste aber immerhin die Nachfrage von Jörg erfolgreich gewesen sein) oder da ist wirklich etwas faul (was auch das offensichtlich schlechte Gewissen der Gräfin erklärt).

    Ich bin für Zweiteres.

    Grueße
    Ignatz

  5. […] http://www.tauss-gezwitscher.de/?p=2257 […]

  6. Thorstenam 18. April 2011 um 19:01 Uhr

    Die Webseite von Hardenberg wurde soeben einem Redsign unterzogen und steht nun mit weiteren Infos zur Verfügung. Thorsten, der mitten im Umstellungsevent irritiert war.

  7. Carabiniam 25. April 2011 um 01:45 Uhr

    Und die FAZ wirft der Frankfurter Rundschau eine Kampagne gegen Stephanies Verein Innocence in Danger vor und ist sich diesmal sicher dass an den Vorwurfen einer intransparenten Mittelverwendung nichts dran sei.