parkschuetzer.deparkschuetzer.de

Von Ruhrbaronen und anderen Journalisten

10. Juni 2010

Ja: Ich habe Fehler gemacht. Ja: Ich bin (wenn auch nicht rechtskräftig) verurteilt. Ja: Ich habe kinder- und jugendpornografisches Material als Eintrittskarte in die „Szene“ besessen. Ja: Das Gericht hat ein „persönliches“ Interesse unterstellt und kein dienstliches Interesse und nochmals Ja: Für den Nachweis eines sexuellen Interesses war ich zu „atypisch“ was Menge, die Bilder selbst und mein Verhalten anlangt. Das sind zunächst einmal die Fakten, über die eine unabhängige Presse berichten kann, darf und muss.

Ja: Ich bin auch offensichtlich eine Person des öffentlichen Interesses und deshalb schlagen die Wogen wohl höher, als bei nicht vergleichbaren Fällen in anderen Parteien oder Institutionen. Deshalb landet mein Fall auch im großen Schwurgerichtsfall vor dem Landgericht und nicht vor einem Amtsrichter.

Der „Fall Tauss“ ist interessant, weil ich gerne austeile und ich mich als Abgeordneter nachweislich über viele Jahre auch mit dem Thema Pornografie mit Kindern in Medien und dem Jugendmedienschutz beschäftigte. Und zwar dienstlich. Auch dies unterscheidet meinen Fall von anderen Fällen. Man darf deshalb auch trefflich darüber streiten, was durch die Tätigkeit eines Abgeordneten noch gedeckt ist und was nicht. Darüber muss im Zweifel jetzt sogar der BGH entscheiden.

Alle diese Punkte geben eigentlich genügend Stoff für Presseberichterstattungen ab. Sollte man meinen. Doch offensichtlich gehen gewissse Journalistinnen und Journalisten davon aus, dass man feststehende Punkte mit reisserischen Darstellungen immer noch ein bisschen anreichern muss.

Da ist einmal Frau Allgöwer von der Stuttgarter Zeitung, die mich schon in ihrer Funktion als Vorsitzende der Landespressekonferenz seit Jahren eigentlich gut kennen sollte. Die Dame ist so politisch, dass sie schon mal den Landespresseball am Jahrestag der Reichspogromnacht feierte, was selbst dem damaligen, in 3. Reich-Fragen nicht ganz so sensiblen, Ministerpräsidenten Oettinger zu viel wurde.

Diese Frau Allgöwer bestritt früh, dass ich jemals als Abgeordneter mit dem Thema zu tun gehabt hätte. Sie behauptete es einfach. Sie erkundigte sich nicht bei Journalisten, die mit mir zu diesem Thema schon Interviews gemacht hatten, sie recherchierte nicht, sie fragte mich nicht. Es war ihr auch gleichgültig. Es ging ihr allein um die Beschädigung meiner Reputation über den reinen – und natürlich schlimmen – Tatvorwurf hinaus.

Damit stand sie wenigstens nicht allein. Die Landespresse folgte ihrer Vorsitzenden bereitwillig. Besonders fiel dabei noch der Südkurier auf, die Schwäbische Zeitung und natürlich mein regionales „Hausblatt“, die Badischen Neuesten Nachrichten (BNN).

Letztere wusste kürzlich sogar vom Verlust meiner Ruhegehaltsanprüche zu berichten, was dann schon den Metzger im Dorf zu sorgenvoller Nachfrage bei meiner Frau veranlasste. Man schreibt halt mal. Eben so. Ohne Kenntnis. Ohne Recherche.

Die Phanstasie bei den Qualitätsjournalisten blühte auch ansonsten. FOCUS schrieb im letzten Jahr so kurz wie falsch, dass ich mir für über 1.000 Euro kinderpornografisches Material beschafft hätte. Dies verwechselte Phoenix dann mit über 1.000 kinderpornografischen Bildern auf meinem Rechner. Kann ja mal vorkommen. Jede dieser Meldungen wurde aber durch andere begierig aufgegriffen, aufgebauscht und weiter angereichert. Dieser Tauss musste doch einfach lügen.

So entstand die Geschichte, ich hätte behauptet, das einschlägige Handy in einem Mietwagen gefunden zu haben. Es ist schon fast beleidigend, dass mir eine derart dämliche Ausrede gegenüber den Ermittlungsbehörden unterstellt wird. Aber es liest sich gut, passt zum Thema und so wurde auch diese Story von Spiegel, ZEIT, N 24 und Frankfurter Rundschau bis zum Einschreiten meines Anwalts weiter verbreitet. Einfach so. Man kann sich ja mal irren.

Überhaupt überschlug sich Spiegel online im Fall Tauss besonders. Das ist ein durchaus verständliches Revanchefoul, denn ich konnte den Herrschaften mehrfach miesen Journalismus bescheinigen. Dies ging soweit, dass dort sogar ein Artikel zum Fall Tauss erschien, von dem selbst die namentlich angegebene Autorin gar nichts wusste.

Da sich die Staatsanwaltschaft in meinem Falle besonders gerne im sexuellen Bereich über den Tatvorwurf hinaus suhlte, gab es auch hier Stoff für weitere Berichterstattungen. Das Hamburger Abendblatt verband meine Person namentlich mit der Berichterstattung über die Schweinegrippe. Ab wann wird der Mensch zum Schwein, das man auch abstechen darf? Dass selbst das Gericht diesen Auswüchsen eine Absage erteilte, war allerdings zumindest den meisten Printmedien keine Meldung wert.

Um so mehr beflügelte das Thema die Phantasie der „Ruhrbarone“. Bei diesen Ruhrbaronen handelt es sich nach eigenen Angaben um Journalisten, die einen Blog betreiben. Deren Phantasie und redaktionelle Verantwortung endete weder bei meinen vermeintlich aus den Internet heruntergeladenen unterstellten „Wichsvorlagen“ (dabei ging es ausdrücklich nicht um das Internet) noch bei der eigenen Kommentarspalte, wenn vom „Kinderficker“ Tauss die Rede war. Gibt es keine redaktionelle Verantwortung für Kommentarspalten?

Wenige waren der Auffassung, ich müsse mir dies alles im Interesse der freien Meinungsäußerung gefallen lassen. Nein. Muss ich nicht. Meinungsfreiheit und Pressefreiheit sind ein zu hohes Gut, als dass damit in dieser Form umgegangen werden darf. Meinungsfreiheit endet, wo sie zur Verleumdung wird.

Egal wie der Fall Tauss ausgeht: Ein Ruhmesblatt für unsere Medien ist er nicht. Und ich freue mich sehr, dass dies nicht nur von mir als Betroffenem so gesehen wird.

Einige empfehlen mir dessen ungeachtet, doch einfach von der Bildfläche zu verschwinden und „neu“ anzufangen. Diesem Wunsch komme ich nicht nach. Dazu ist das alles viel zu spannend. Und: Via twitter & Co kann man sich heute gegen Journalisten von Allgöwer bis ZEIT wehren. Haben die deshalb so viel Schaum vorm Mund?

?

66 Reaktionen zu “Von Ruhrbaronen und anderen Journalisten”

  1. rgb_freakam 14. Juni 2010 um 12:00 Uhr

    @anonym:
    kannst du mich mal bei mir melden?
    kontaktdaten findest du im piratenwiki unter rgb_freak.
    ein freund von mir will eine politische nachrichtensendung aufziehen und vielleicht hast du da ein paar tipps. scheinst dich ja in dem gebiet auszukennen 🙂

    gruß rgb_freak

  2. cervoam 14. Juni 2010 um 12:18 Uhr

    @ Anonym um 11.11 Uhr

    Jetzt wüsste ich aber doch zu gerne, welches Magazin das sein soll. Ich selbst habe ähnliche berufliche Erfahrung sowohl bei den Privaten als auch bei den ÖR. Das was du erzählst läuft so bei den Privaten ab. Dabei ist das News-Format relativ egal.
    Bei den ÖR wird innerhalb der tagesaktuellen News aber doch sehr genau gearbeitet. Natürlich spielt das Agenda-Setting der BILD bei Redaktionskonferenzen eine Rolle. Genauso wie von anderen Tageszeitungen auch. Auch bestimmt beim TV das Bild oft die Nachricht. Und aus dem Rohmaterial wird natürlich eine Auswahl getroffen. Suggestivfragen und bewußte optische Auswahl von Protagonisten um BILD-Überschriften zu stützen sind mir aber nie begegnet. Die Recherche bei den ÖR ist ausgesprochen seriös (vor allem im Vergleich zu den Privaten). Grundsätzlich: TV-Nachrichten haben eine andere Informationsqualität als Text. Das Lesen können von audiovisuellen Texten ist mindestens genau so wichtig wie das Lesen von Schrift. Vertrauen in Berichterstattungen sollte man grundsätzlich durch kritisches Denken ersetzen. Das ist ein Teil von Medienkompetenz.

    Anmerkung tauss: Selbstverständlich kann ich für die Richtigkeit der Angaben von @anonym nicht gerade stehen. Aber ich habe keinerlei Zweifel an dieser Aussage. Die Behauptung, dass die Recherche bei den öff.-rechtlichen ausgesprochen „seriös“ sei, kann ich aus eigenem Erleben (und nicht nur zum „Fall Tauss“) nun aber ernsthaft aus wirklich vielen Erfahrungen heraus nicht bestätigen.

  3. Ernstam 14. Juni 2010 um 12:46 Uhr

    cervo: Also ich weiß nicht, welche öffentlich-rechtlichen „Nachrichten“ du kennst die ich nicht kenne und die sachlich und unparteiisch sind. Agenda-Setting, genau das ist doch das Schlagwort. Der Intendant „settet“ und vor allem die ach so volksnahen Umfragen geben dann genau die Meinung wieder, von der der Zuschauer dann annehmen soll, dass X schon richtig sein wird, da ja offenbar „die meisten anderen Leute“ das auch so sehen. Naja, vom immer öfter an die „aktuelle Kamera“ erinnernden Stil der Nachrichtenverkündung vor allem bei der einstmals so über jeden Verdacht erhabenen Tagesschau spricht doch auch Bände!

    Zugegeben: Es gibt Leuchttürme, noch. Doch selbst Panorama, Monitor oder Frontal sind ja längst für Meinungsmache anfällig, womöglich, ohne das immer zu merken (Stichwort Fremdmaterial). Von Kontraste wollen wir mal schon gar nicht mehr sprechen, aber das Magazin war ja schon von Anfang an darauf ausgerichtet, wenn auch damals unter anderen Gesichtspunkten. Überhaupt, der RBB, vormals SFB: Ein blendendes Beispiel für die o.g. Art der Meinungsmacherei durch „Umfragen“. Früher habe ich immer die „Abendschau“ gesehen, bis das Maß, in dem immer unverblümter Kampagne gemacht wurde (fiel irgendwie und seltsamerweise mit gewissen Veränderungen an der Senderspitze zusammen), für mich endgültig voll war und man vor allem bei diesen „Umfragen“ schon die beschriebenen Anläufe, bis endlich einer in Wort und Aussehen das abgab, was erwartet wurde, förmlich vor seinem geistigen Auge sah.

    Ich halte es inzwischen wie „Anonym“: Fernsehen ist für mich kein Thema mehr. Bedrucktes Papier sowieso schon lange nicht mehr. Ich bilde mir meine Meinung, wie scheinbar immer mehr noch nicht komplett berieselungsverblödete Zeitgenossen, bei „Querulanten“ und Online-Quellen, die ich gerade WEIL sie damit kein Geld verdienen (müssen), für naturgemäß integerer halte.

    Und ich glaube, weil mancher „da oben“ langsam merkt, dass sich das ausbreitet, haben wir auch diese ganzen in immer kürzeren Intervallen wiederholten Zensuroffensiven. Natürlich wird der „Einfluss“ der „Netzgemeinde“ kleingeredet, selbst wenn er wirklich noch begrenzt ist – aber für mich ist das trotzdem eine klare Strategie. Jörg müsste doch eigentlich beurteilen können, inwieweit solche Gedanken in Parteien bereits vorhanden sind und könnte dazu eigentlich mal ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern. Vielleicht spinne ich mir das ja auch zurecht…

    Naja, mal sehen, wer den Wettlauf um „die Wahrheit“ gewinnt. Meine diesbezügliche Prognose ist freilich pessimistisch. Auch, weil halt der Großteil der Bevölkerung doch lieber „raus aus den Schulden“ sieht und sich über „Sozialschmarotzer“ ergeht. Ist ja auch bequemer so…

  4. cervoam 14. Juni 2010 um 13:31 Uhr

    @ Ernst
    Ich habe nicht gesagt, ÖR-Nachrichten seien sachlich und unparteiisch. Ich habe bloß Teile der Darstellung von Anonym angezweifelt weil ich selber dort gearbeitet habe. Je nach Format (Magazin, Nachrichten, Boulevard, etc.) wird natürlich anders gearbeitet. Die Redakteure der ÖR-Tagesnachrichten versuchen größtenteils seriös zu arbeiten. Es gibt aber grundsätzlich keine Nachrichten die ohne Tendenzen sind. Das liegt in der Natur der Sache. Die ÖR-Nachrichten versuchen aber immerhin sich einem gewissen Standart und eine gewisse Neutralität anzunähern.

    Egal womit ich mich informiere, ich muss versuchen die Information eigenständig zu bewerten. Das betrifft Inhalt als auch Form (TV, Blog, Zeitung, Radio, etc.). Jede pauschale Überhöhung eines Mediums (Blog = kein Geld verdienen = gut) greift zu kurz und ist nicht zu ende gedacht.

    Wir können froh sein, solch ein ÖR-System zu haben. Wir müssen die Nachrichten analysieren, diskutieren, widerlegen. Das können wir gut in Blogs. Aber ohne (so wie es die Verleger und die Privaten Sender wollen und im Netz auch teilweise erreicht haben) ÖR hätten wir weniger Informationsvielfalt und damit weniger Demokratie.

    Nur um es noch mal klar zu stellen. Der Bürokratismus der ÖR geht mir auf den Sender. Der Föderalismus ist wichtig aber auch kontraproduktiv. Ich stimme den Inhalten der ÖR-News oft nicht zu. Auch nicht der Auswahl. Oft spielen politische Interessen eine Rolle. Aber ich bin verdammt froh, dass wir keine Gesellschaft haben in der nur private Medienhäuser über mächtige Strukturen verfügen.

  5. Anonymam 14. Juni 2010 um 14:20 Uhr

    @rgb_freak mail sollteste haben

    @cervo .. ja ich war ja selber irritiert sowas bei den ÖR zu erleben .. es is aber wahr. es geht soweit dass irgendwelche nachrichten von irgendwelchen medien etwas umgeschnitten werden, die bilder rausfliegen die eventuell mit urheberrechten belastet sind .. dann wird der text vom off kommentar abgeschrieben und ein wenig veraendert und neu draufgesprochen, da passiert NULL recherche.
    interviews werden sinnentstellend zusammengehackt nur um ein vorgefertigtes thema zu bedienen.
    suggestive fragestellung findet definiv statt .. zumal ja schon leute fuer interviews gesucht werden die in ein gewisses schema passen.
    ist mal ein knalliger O-ton dabei .. geht der zu 99 % nicht durch die abnahme.
    ich hab beitraege 3 min vor der sendung wegen soetwas umschneiden muessen, nur weil ein landespolitiker in der sendung zu gast war.
    da wird vieles so weichgespuelt bis das pausenbild mehr journalistischen inhalt hat.

    @all .. sorry wenn ich so um den heissen brei herumreden muss, wer gerne naeheres wissen moechte mag hier einen kontaktvorschlag machen.
    ich hab schiss, wenn ich mich hier oute, kleine problemchen arbeitsmaessig zu bekommen .. und null bock vor ein arbeitsgericht zu gehen.

    trotzdem danke fuer die konstruktive diskussion um das thema

  6. cervoam 14. Juni 2010 um 14:47 Uhr

    @ Anonym

    Natürlich werden bestehende Beiträge überarbeitet, natürlich wird bei den ÖR das Urheberrecht beachtet, natürlich wird je nach dem das Rad nicht neu erfunden. Lassen wir einfach mal offen, was davon der Tatsache geschuldet ist, dass TV-Beiträge grundsätzlich nur wenige Informationen transportieren können (dafür viel Emotion) – wollen wir wirklich eine Medienlandschaft ohne ÖR? Was ist die Alternative? Eine Welt ohne mächtige Medien? Illusion. Dazu ist Propaganda viel zu wichtig. Bei Wirtschaft und bei Politik.—————–

    Wir müssen alles für bessere Medienkompetenz tun. Wir müssen alles dafür tun, dass die Inhalte der ÖR auch wirklich uns gehören, dass wir darin recherchieren können, dass wir damit neue Inhalte erstellen können. Wir brauchen volkseigenes Informationsmaterial. Und wir müssen die Fähigkeit vermitteln, Informationen kritisch zu beurteilen. Seriösität kann nur von freien Informationen kommen. Ich sehe nicht, dass eine rein private Medienlandschaft uns da weiter bringt. Im Verhältnis ist die Arbeit der ÖR-Redakteure durchaus seriös. Also, anstatt im Chor der ÖR-GEZ-Basher mitzuschreien sollte man lieber auf die Verleger und die privaten Sender schauen, auf Medienpolitik und Medienpädagogik. Konstruktiv.

  7. Anonymam 14. Juni 2010 um 16:02 Uhr

    @cervo
    Ich stimme Dir zu in Bezug auf Medienkompetenz.
    Nur leider ist meine oben geschilderte Erfahrung Wahrheit.
    Ich will da auch nicht drauf herumreiten.
    Allerdings gebe ich mir bei der Arbeit auch einen Ehrenkodex in dem sinne, dass ich fuer ein Massenmedium arbeite und nicht nachvollziehen kann wo es mal landet.
    Insofern sollte es technisch und auch politisch korrekt sein.
    ein technischer Fehler ist zwar nicht schoen .. aber „versendet“ sich. Ein inhaltlicher Fehler wirkt sich bis zur Diffamierung der Betroffennen aus.
    Was ich mit meiner Erfahrung schildern wollte, ist die Verantwortungslosigkeit mit der an irgendwelche Themen herangegangen wird und auch die Diktatur der Abnahme.
    Da hat vieles nichts mehr mit freiem Journalismus zu tun.
    Die ARD laut Runfunkvertrag etc. soll politisch unabhaengig sein sein. Ganz ehrlich .. isse das noch ?
    Dann gibts den Bildungsauftrag.
    Mach ich das, indem ich nur Fremdmeldungen wiederverwurste ?
    Ich gebe der Tagesschau noch ein gewisses Verantwortungsbewusstsein.
    Aber tagsueber durch die ÖR programme zu zappen ? da isses gut dass ne Senderkennung im bild ist, ansonsten niummt sich das nichts vom sensationshaschenden Privaten.
    Du hast GEZ erwaehnt. Ok der Streit ist da grad im gange, klar es muss finanziert werden.
    ABER bekomme ich dafuer auch Qualitaets-Journalimus ?
    Ich meine immer weniger.
    Falschmeldungen hier und dort und kleingedruckte Richtigstellungen. Weil einer vom anderen abschreibt.
    Tauss hat beschrieben was abgeht, ohne dass ich dazu Stellung nehmen moechte, aber bewiesen falsche Berichterstattung.
    Ist jetz voellig egal welche Medien ob Print oder TV.
    Es gilt ohne Kosten Papier vollzudrucken oder Sendezeit zu fuellen. Der Verbraucher wirds schon glauben. Was ueberall steht kann ja nicht falsch sein.

    Was wir brauchen ist mehr Bewusstsein in solchen Sachen, deswegen tippen ja Leute wie du und ich das internet voll, deswegen gibts Blogger.

    Wir muessen nicht einer Meinung sein, aber wir hinterfragen Informationen.
    Bitte das verlange ich auch von Journalisten und gerade wenn sie im Staatsauftrag fuer ausgewogene Information zu sorgen haben .

    Wenn das funktioniert sind so einige Blogger ohne Hobby ..

    Oben hats sinngemaess jemand gesagt .. trennt die Nachricht vom Geld (was man damit verdienen kannn).. dann isse auch wahr ..
    Nur weil die Auflage hoch ist oder die Einschaltquote hats noch lange keine Qualitaet.

    Das Medienbewusstsein ist abhanden gekommen.

    Und nun frag ich mich mit einem Laecheln, wieso wir das hier bei Tauss tippern ..
    Hat jemand ne Antwort ?

  8. ralleam 14. Juni 2010 um 16:14 Uhr

    Der Preis eines fehlerfreien Journalismus wäre: gar kein Journalismus mehr.

    Ein Theaterregisseur findet sich damit ab, dass die Kritiker offenbar immer andere Inszenierungen sehen als seine.

    Demonstranten meinen stets, auf einer anderen Demo gewesen zu sein als auf der, über die die Medien entstellend berichten.

    Wer in Somalia lebt, sieht das, was wir als „Piraterie“ brandmarken, mit anderen Augen.

    Das, was in Athen und Teheran passiert, hat mit dem, was die Medien darüber schreiben, kaum etwas zu tun.

    Und die Berichte über Afghanistan und den Irak? Hilflose Versuche, etwas zu erfassen, was man nicht begreift.

    Trotzdem ist unser Journalismus besser als gar kein Journlismus.

    Was vor allem überrascht, ist, dass der „Medienexperte“ Tauss sich überrascht gibt. Müsste er nicht wissen, wie’s läuft? Steht es ihm wirklich gut, sich zum Opfer zu stilisieren?

    Die Gefahren des Besitzes von Kinderpornographie hätte Tauss kennen müssen. Wenn die Ausübung seines Berufes diesen Besitz erforderte, dann hätte er sich absichern können und müssen (mit Anwälten, Protokollen usw.).

    Die Verdächtigungen, die durch die Presse schwirren, haben ihre Ursache im Verhalten von Tauss selbst. Da muss er durch.

    Anmerkung tauss: Wer gibt sich überrascht? Journalisten dürfen schreiben was sie wollen (sofern es nicht wahrheitswidrig und nicht verleumderisch ist). Sie dürfen – wie alle Menschen – auch Fehler machen. Und dort, wo lediglich tendenziös geschrieben wird, darf ich mich wehren und ich wehre mich. So einfach ist das 😉

  9. Anonymam 14. Juni 2010 um 18:04 Uhr

    @ralle

    entschuldigung .. du haust hier sachen durcheinander und widerspricht dir in deinen ausfuehrungen selber.

    lieber schlechten journalismus als gar keinen ?

    da sag ich dazu .. GAZETTEN ZUMACHEN .. selber denken,

    selber kochen anstatt tuetensuppen.

    wer kann denn noch selber denken ? es ist nun mal nicht jeder hochstudiert, die meisten sind nun mal konsumenten.
    gibt es unter journalisten sowas wie einen eid des hippokrates ? also ein paar leute kenn ich, nur haben die nicht jeden tag ne kolumne.

    ich will den blog inhaber in keiner weise in schutz nehmen ..
    nur soviel
    als MdB war er in dem moment verurteilt als man die sache angesprochen hat, da waren noch keinerlei ermittlungsergebnisse da.
    drauf gestuerzt hat sich die sogenannte „presse“ die ja lieber schlechten journalismus macht als gar keinen.

    damit war tauss ja schon mal demontiert
    dann hat er auch noch die partei gewechselt die ja von sogenannten journalisten als datenklauer bezeichnet wird .. leute die sich nicht 5 min zeit genommen haben das parteiprogramm zu lesen.

    Kinderpornografie ist das grosse schlagwort .. klar ..
    was meine regierung durchsetzen wollte ist aber nur ein stop schild
    aslo die kinder waeren trotzdem misshandelt worden nur wir haetten es nicht gesehn
    halt ich mir die augen zu, siehste mich nicht

    tauss hat nen fehler gemacht .. aber versucht auch nur ein journalist vielleicht was positives in der angelegenheit zu ermitteln ?

    nee geht nicht weil lieber schlechten journalismus als gar keinen

    ich betone hiermit, dass ich herrn tauss nicht verteidigen moechte, ich betone, dass ich als mitmensch ueber die angelegnheit nicht genug informiert bin

    das waere aufgabe der journalisten ..

  10. Rebekkaam 15. Juni 2010 um 23:41 Uhr

    Die Blogger und ihre Fans sind zum größten Teil sehr unzufrieden mit den Leistungen der Journalisten in Deutschland. Gemeint sind angestellte Journalisten, die bei Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen arbeiten.
    Typischerweise hat die Zunft bei der Berichterstattung im „Fall Taus“ grandios versagt. Man kann ja der Meinung sein, dass Jörg Tauss sich die Kinderpornosachen zu seinem Vergnügen besorgt hat. Aber das berechtigt noch lange nicht dazu, von 1000 Bildern zu schreiben, wenn es sehr viel weniger waren. Er hätte das Handy mit den Bildern in einem Mietwagen gefunden, hätte er gesagt. Tatsache ist, dass er das definitiv nie behauptet hat. Und so findet man immer weiter Fehler über Fehler in den Berichten der „Qualitätsmedien“. Die haben sich mit derart fürchterlichen Enten einen Bärendienst erwiesen. Jetzt glaubt doch jeder einigermaßen denkende Mensch, dass die vor lauter Vorurteilen den ganzen Prozess nicht richtig mitbekommen haben und alles in allem nur das gesehen und gehört haben, was sie schon vorher für Phantasien im Kopf hatten.

    Desweiteren werden „Journalisten“ verachtet, weil sie als wenig mutig gelten. Dass die meisten nicht mutig sind, ist auch mein Eindruck. Aber das kommt auch daher, dass sie, wenn sie etwas aufdecken und sich da den geringsten Fehler leisten, von den Angegriffenen in Grund und Boden geklagt werden und persönlich schnell ruiniert sind. Hier muss es in den Verlagen mehr juristischen Beistand geben und auch Pressemenschen, die sich mit dem Schreiben und zugleich mit den Gesetzen auskennen.

    Die Blogger sollen aber ruhig unzufrieden sein mit den angestellten Journalisten. Als Folge bauen sie nämlich mit ihren Blogs eine Art Gegenöffentlichkeit auf, was immer ein Gewinn ist. In diesem Sinne: Blogger, weiter so.
    Wobei als einzige die Ruhrbarone so verfahren sind, wie manche angestellten Journalisten: Sie haben bei TAZ und spiegelonline abgeschrieben und prompt alles Falsche übernommen und es noch hochgejubelt.

    Zum Schluss: Ein Abgeordneter ist auch irgendwie ein Vorbild, auch ein Ex-Abgeordneter. Insofern muss Jörg Tauss zeigen, dass man sich gegen die öffentliche, mediale Hinrichtung eines Menschen wehren kann. Er sollte zeigen, wie man das im Zweifelsfalle macht, wenn es einen trifft. Er darf sich nicht nur zur Wehr setzen, er muss es.

  11. Caroline Kaiseram 16. Juni 2010 um 13:13 Uhr

    Ihre SPD hat ja den §184c mit zu verantworten, Herr Tauss !

    Übrigens wette ich, daß mindestens 3/4 der Abgeordneten „Jugendpornographie“ haben, bzw. was man dafür hält.

    Der §184c ist auch deshalb so gefährlich, weil man, zumindest wenn man sich in den nordeuropäischen Googleversionen bewegt, ständig über „Jugendpornographie“ stolpert, sie also unabsichtlich aufruft.

    Mit dem §184c hat man einen Gummiparagraphen geschaffen, mit dessen Hilfe man politisch Andersdenkende verfolgen kann. Bei Ihnen liegt der Fall teilweise sicher anders.

    Anmerkung tauss: Wo Sie recht haben haben Sie recht, auch wenn es nicht mehr „meine“ SPD ist. Ob 3/4 der Abgeordneten Jugendpornografie hat, weiss ich nicht. Aber m. E. liegen die Probleme hier tiefer, als in der Frage der „Verfolgung“ Andersdenkender. Ich sehe mit größerer Sorge, dass hier in breitem Masse in den nächsten Jahren Jugendliche kriminalisiert werden können.

    Es gab ja gar keinen Grund ein Versand von KP außerhalb des Internets nachzuweisen, schon das BKA wies seit 2005 häufiger drauf hin.
    Aber vielleicht hatten Sie kein Vertrauen mehr in die BKA Berichte ? Denn vieles wird ja mittlerweile falsch dargestellt. z.B. die Existenz tausender von KP Webseiten, usw.

    Anmerkung tauss: Um letzteren Punkt geht es. Seit der BKA Herbsttagung 2007 wurden Öffentlichkeit und Parlament durch das BKA systematisch falsch informiert.

  12. Mirkoam 4. Juli 2010 um 06:05 Uhr

    Also ich bin gegenüber den Medien auch sehr, sehr skeptisch geworden. Gerade der liebe Spiegel hat sich stark zum negativen verändert und erinnert mich mehr und mehr an unsere hochgeschätzte Zeitung mit den 4 großen Buchstaben, man schreibt einfach irgendwas reißerisches, bringt ja Quote…

    Ich rechne es ihnen hoch an Herr Tauss dass sie damals die SPD verlassen haben als man mit aller Macht das „Zugangserschwerungsgesetz“ im Bundestag durchgepeitscht hat. All ihre darauffolgenden Reden wie auch schon ihre Reden zuvor zeugten von einer medialen Kompetenz und von einem Fachwissen der Netzwelt womit sich die wenigsten Politiker der großen Volksparteien schmücken können. Ich kenne genügend junge Menschen in meinem Alter die sich plötzlich verstanden gefühlt haben, Menschen die die Freiheiten des Internets zu schätzen wissen und diese erhalten möchten, die vorher jedoch absolut Politikverdrossen waren.

    Umso erschreckender war es für mich mit anzusehen wie man hierzulande einen Menschen der nicht alles bedenkenlos abnickt und Missstände öffentlich anspricht medienwirksam beruflich sowie privat geradezu exekutiert und vorverurteilt und wie viele Menschen in unserem Land anfällig dafür sind auch noch die naivsten Floskeln dieser Medien bedenkenlos als Argumentation ihrer Meinung zu gebrauchen. Eine sachbezogene Diskussion mit diesen Menschen ist quasi nicht möglich. Journalismus in eine Richtung, teilweise eklatant falsch und hetzerisch, selbst von den Öffentlich-Rechtlichen wie zuletzt im Thema „Killerspiele“ ist keine Seltenheit mehr und mir gibt das sehr zu denken.

    Ich jedenfalls besuche auch zukünftig gerne weiter ihre Homepage auf tauss-gezwitscher, da sie in vielen Punkten meinen Standpunkt vertreten. Es bräuchte viel mehr Menschen in diesem Lande die bereit sind so offen und konsequent zu ihrer Meinung zu stehen…

  13. iguanaam 21. Juli 2010 um 16:25 Uhr

    Jeder gute GmbH Geschäftsführer kennt sein Rechte und Pflichten. Er weiß, wenn er dem Wohl des Unternehmens dienen will (das ist sein Job) muss er sich an die Regeln halten. Frei nach dem Motto „Unwissen schützt vor Strafe nicht“.

    Getreu diesem Motto hätte ich:

    1. erwartet, dass Sie sich bei Ihren Recherchebemühungen rechtlich absichern. Ein solches Handeln hätte Ihnen geholfen Ihrer Kampf gegen die „Kipo“ fortzuführen.

    2. erwartet, dass Sie verstehen, dass es auch für Sie Regeln gibt – speziell bei diesem heiklen Thema?

    3. erwartet, dass Sie nicht andere anschuldigen sondern zugeben, dass sich sich (wenn Ihre Behauptungen zutreffen) sehr dilettantisch verhalten haben.
    Wie die Medien damit umgegangen sind interessiert mich persönlich nicht die Bohne. Eine faire Berichterstattung erwarte ich eh nicht.

    Dies entlastet Sie jedoch nicht weil es mir nicht die Bohne um die Art und Weise der Berichterstattung geht sondern um die Sache selbst. Ich hätte da mehr Professionalität gerade von Ihnen erwartet.

    Sie haben mit dem Feuer gespielt, keine Handschue getragen und sich die Finger verbrannt.

    Man kann es drehen und wenden wie man möchte – es bleibt ein fader Beigeschmack.

    Anmerkung tauss: Dass ich Fehler gemacht habe, ist klar ersichtlich. Sonst hätte es ja eine andere Entwicklung genommen. Dennoch erlaube ich mir, die Art und Weise der Berichterstattung zu kritisieren, sofern sie nicht journalistischen Mindestanforderungen genügt. Wo ich andere angeschuldigt hätte, ist mir jetzt allerdings unerfindlich.

  14. hartmutam 30. Juli 2010 um 22:10 Uhr

    Hallo, lieber Jörg Tauss,

    auch Du darfst mich „feige Sau“ nennen, denn ich bin eine. Beleg hier: http://kritik-und-kunst.blog.de/2010/07/30/kachelmann-brunner-tauss-wueppesahl-finkeldey-9072366/

    Ich habe in der Tat nicht die Traute, ein (damals völlig unproblematisches!) Bild von mir online zu stellen.

    Dass Du aus der Piratenpartei (Dich) entfernt wurdest/hast, hat mich ratlos gemacht. Ich selber – derzeit zahlendes Mitglied der LiPa ohne Funktion – plädiere sowieso für eine Fusion aus Lipa und Piratenpartei, also eine Fusion aus sozialen und Freiheits-Rechten…aber nur mit Dir. Wer wirklich für Freiheitsrechte ist, muss für Deine Mitgliedschaft sein…burks hat das damals getan.

    Ganz liebe Grüße ausm Norden, ich werde meinen allersersten Chat 1998 – Bundestagswahl – mit Dir nicht vergessen. Und am Wahlabend ham wer beide noch frohlockt und uns gefreut. Bis Oskar (zu Recht m.E.!) zurücktrat. Ach Mensch…

  15. Rürup Renteam 6. Oktober 2010 um 18:36 Uhr

    Es ist doch vollkommener Unsinn anzunehmen man koenne rechtlich nichts machen gegen Stuttgart-21, nur weil der Paul Kirchhoff das im Fernseher gesagt hat. Wo ein Wille ist ist auch ein Weg. Unter der ueberschrift „Gutachten gegen Gutachten“ stand gestern in der Stuttgarter Zeitung ein sehr interessanter Artikel. Der Rechtsprofessor Georg Hermes sieht die Rechtslage demnach ganz anders als Herr Paul Kirchhoff. Zitat Georg Hermes: „Es sei klar, dass das Eisenbahnrecht beim Bund liege, das Land trage aber erhebliche Kosten, damit sei es mit zustaendig.“ Professor Georg Hermes laesst auch nicht gelten, dass Vertraege ewig unkuendbar sein sollen. „Das verstoeßt gegen das Demokratieprinzip.“ Neue Parlamente haetten dann keine Moeglichkeiten, aus langfristigen Vertraegen herauszukommen, argumentierte Hermes. Auch den Einwand, gegen den Haushalt sei keine Volksabstimmung moeglich, laesst Hermes nicht gelten. „Dann waere eine Abstimmung ueber jedes Gesetz, das Geld kostet, ausgeschlossen.

  16. Schreibgeräteam 5. Juni 2011 um 20:48 Uhr

    Kachelmann kann einem leid tun. Was die Staatsanwaltschaft und das Gericht mit ihm gemacht haben, ist ein Eklat. Und diese Medien, allen voran die Bildzeitung mit der rundum verbitterten älteren Frau Schwarzer. Darüber hinaus, wie viele Verurteilte nicht schuldige Täter und Opfer von nicht verurteilten schuldigen Tätern müssen sich den Aufwand ansehen, der in diesem Gerichtsprozess betrieben wurde. Kein einziger Vergewaltigungsfall wird derart in die Länge gezogen, wenn kein Prominenter angeklagt ist.