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Ominöses um Pallasch

22. Februar 2013

Der Landesvorsitzende der Piraten Baden-Württemberg, Lars Pallasch, ist am Mittwoch von seinem Amt zurückgetreten. Gleichzeitig verließ er die Partei. In einem Blogbeitrag nahm er dazu ausführlich Stellung. Pallasch machte für seinen Schritt anonyme Drohungen verantwortlich:

„Gegen meine Frau und gegen meine beiden Söhne (7 Monate, 4 Jahre alt) – hier ist der Spaß endgültig vorbei!“

Die Täter, so seine Vermutung, müssten aus Kreisen seiner früheren Partei gekommen sein. Er werde deshalb „diese Personen mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln zur Rechenschaft ziehen (lassen)“.

Die Piraten Baden-Württemberg schoben in einem eigenen Beitrag nach. Auch sie verurteilten die „Gewaltandrohungen gegen die Familie“. 

http://piratenpartei-bw.de/2013/02/20/rucktritt-des-landesvorsitzenden-lars-pallasch/

Als Konsequenz aus den Vorgängen will die Landespartei „rüde Störer“ künftig aus der Partei „rauswerfen“. Wer immer das dann ist. Allerdings gab es bislang keine Versuche, die „rüden Störer“ in diesem Falle herauszufinden. Dies ist um so erstaunlicher, als der Piraten-Landesvorstand Baden-Württemberg interne Mails schon bei alltäglichen Meinungsäußerungen in ministalinistischer Manier auf Kritiker durchforstet und diesen dann Schreibverbote erteilt.

Noch merkwürdiger ist, dass Pallasch ihm zugegangene persönliche Mails immer wieder auf twittter veröffentlichte, sobald sie nur einen minimalen Ansatz an Kritik gegenüber ihm oder den Piraten beinhalteten. Nicht aber jetzt in einem Fall, in diesem Fall, wo es buchstäblich um seine politische Existenz und um das Wohl seiner Familie ging.

Bei Anfragen hierzu verwies er auf die Pressestelle der Piraten Baden-Württemberg. Höchst ungewöhnlich- für jemand der gerade aus eben dieser Partei mit Knall ausgetreten ist.  Und so blieben diese Fragen bislang unbeantwortet:

Wie viele solcher Drohungen gab es wann, woraus ergibt  sich die Vermutung, dass der oder die Absender aus dem Umfeld der Piratenpartei kommen und bei welcher Behörde wurde Anzeige (gegen Unbekannt ?) erstattet? Warum wurden diese Vorgänge bis zum Rücktritt und Austritt nicht kommuniziert, nachdem ansonsten belanglosere Mails Dritter, z.B. via twitter, verbreitet wurden?

Keine Antwort. Vielmehr kam der erneute Verweis auf das Blog:

Die entsprechenden Mails und Briefe liegen bei den Ermittlungsbehörden und sollte(n) die besagte(n) Person(en) ermittelt werden können, so kann/können sich diese schon jetzt auf einiges gefasst machen.

Nachdem Pallasch sich „auf anwaltlichen Rat“ aber sogar weigert, mitzuteilen, wo er Anzeige erstattet hat, hakte ich bei Polizei und Staatsanwaltschaft seines zuständigen Wohnortes nach. Dort wurde mitgeteilt, dass nichts vorliegt. Erstaunlich. Denn gerade bei Drohungen gegen Kinder wäre mein erster Gang zu deren Schutz nicht zur Piratenpartei, nicht zu den Medien und nicht an den PC, um zu bloggen, sondern zur örtlichen Polizei gewesen. Dazu heute Vormittag auf Befragen der Erste Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft Baden-Baden:

Sehr geehrter Herr Tauss, 

auf Ihre Anfrage teile ich mit, dass bislang weder bei der Staatsanwaltschaft Baden-Baden noch bei einer Polizeidienststelle der Polizeidirektion Rastatt/Baden-Baden eine Strafanzeige von Herrn Pallasch wegen Bedrohung/Nötigung o.ä. eingegangen ist.

Mit freundlichen Grüßen Staatsanwaltschaft Baden-Baden

Der Fall Pallasch wird langsam ominös. Dessen ungeachtet erhielt ich nun meinerseits Dohungen:

„Sollte mich noch eine weitere Mail von Ihnen erreichen, so werde ich meinen Anwalt anweisen, eine Unterlassungsklage gegen Sie anzustrengen. Hochachtungsvoll Lars Pallasch. 

Nachtrag 25. 2. 2013:

Nachdem in Kreisen der bad.-württembergischen Piraten die Vermutung geäußert wurde, es ermittle in Sachen Pallasch der “Staatsschutz”, habe ich mich natürlich auch an das Landeskriminalamt (LKA) in Stuttgart gewandt. Antwort:

Bei uns im Hause liegen keine Erkenntnisse über den von Ihnen geschilderten Sachverhalt vor

 

 

 

8 Reaktionen zu “Ominöses um Pallasch”

  1. Murgpiratam 22. Februar 2013 um 13:45 Uhr

    Endlich hat unser altbekannter Troll Jörg Tauss eine Möglichkeit, gegen seinen persönlichen Feind Lars Pallasch vorzugehen und Öl in die Wunden zu legen, um seine eigene Selbstdarstellung wieder in den Vordergrund drücken zu können.

    Aber zuerst zu der sog. Drohung des letzten Satzes. Für die Außenstehenden sollte hier erklärend angemerkt werden, dass Herr Tauss bereits seit geraumer Zeit ohne Aufforderung und nicht in persönlicher Ansprache seine Kommentare zu internen Vorgängen der Piratenpartei Baden-Württemberg an einen größeren Verteiler versendet. Ohne darauf eingehen zu wollen, warum sich Nicht-Mitglieder überhaupt so tief in die Belange einer Partei einmischen, wird sein Vorgehen üblicherweise als “Spam” bezeichnet. Denn nichts anderes sind solche Massenmails. Da er in diesen Mails regelmäßig auf seinen Blog hinweist, jedoch weder Impressum, noch Kontaktmöglichkeit (außerhalb der Absenderemailadresse) angibt und auch keine Opt-Out Möglichkeit anbietet, verstößt er hiermit gegen geltendes Recht, an dass sich auch “freie Journalisten” halten sollten. In diesem Zug ist es sicher legitim von seiten Lars Pallasch, sich gegen solche unerwünschte Mails, die oft auch gegen seine Person gerichtet sind/waren, zur Wehr zu setzen und eine Unterlassungsklage anzudrohen.

    Aber zurück zum Thema. Der Rücktritt ist nun grad mal zwei Tage her, schon wittert Herr Tauss eine miese Kampagne dahinter. Wieder einmal wiederholt er seine beleidigende Begriffe wie “Ministalinist” (die er gern gegen eine breite Masse von Parteimitgliedern im Landesverband verwendet). Eigentliche Frage ist aber, was bewegt Herrn Tauss, ständig gegen die Piratenpartei zu trollen, den Finger in die Wunde zu legen und aktiv die Parteiarbeit zu torpedieren. Das alles, obwohl er nicht einmal Mitglied der Partei ist.

    Journalistische Gründe können kaum dahinter stecken. Hier würde die gebotene Neutralität fehlen, denn seine Aktionen sind grundsätzlich nur gegen die Piratenpartei gerichtet. Somit ist es wohl eher der getroffene Stolz, dass seine Person als eher unbeliebt angesehen wird und ein Rückkehr in die Partei, der er selbst für kurze Zeit angehörte, weitgehend ausgeschlossen ist.

    Auch fühlt sich Herr Tauss wohl noch immer ungerecht behandelt, nachdem ihm die Schreibrechte auf diversen parteiinternen Foren und Mailinglisten entzogen wurden. Doch sollte er vielleicht überlegen, warum das so ist. Seine Beiträge waren in der Regel kontraproduktiv bis destruktiv. Eben das, was allgemein als “trollen” bezeichnet wird. Konstruktives war selten zu lesen, aber seine Beiträge haben dafür gesorgt, dass die Debatte vom Thema abgekommen ist und schließlich oft eingestellt werden musste.

    Wer weiß, vielleicht steckt ja auch Herr Tauss selbst hinter einigen der Drohungen der Vergangenheit? Seine regelmäßigen Beleidigungen gegen diverse Mitglieder lassen eine solche Vermutung durchaus zu….

    Daher Herr Tauss: Einfach mal raushalten! Damit wäre allen am meisten gedient!

    Anmerkung tauss:

    Interessant ist, dass auf den im Artikel geschilderten Sachverhalt nicht eingegangen wird.

    Der Murgpirat ist dessen ungeachtet ein gutes Beispiel, warum man ihm und einigen seiner Freunde (die ich so gerne wie zutreffend als Ministalinisten bezeichne) die Partei nicht überlassen darf und weshalb die Piraten auf 2-3% abgerutscht sind. Inhalte sucht man bei ihm und “Piraten” wie ihm vergeblich. Dafür beherrschen sie umso mehr Gemauschel, Intransparenz, Ausgrenzung, Diffamierung. Kritik an Fehlentwicklungen gilt als Majetätsbeleidigung, die parteiintern mit allen Mitteln unterbunden wird.

    Dessen ungeachtet: Ich habe und hatte stets ein offenes Visier und das im Bundestag wie in der journalistischen Arbeit bewiesen. Und das unerscheidet uns, werter Murgpirat. Insofern entbehren Vermutungen, wohinter ich stecken “könnte”, jeder Grundlage.

    Übrigens: Pallasch habe ich nie als “Feind” betrachtet. Er hat mich persönlich enttäuscht, weil er sich nicht an Vereinbarungen hielt und zuletzt vor Euch gekniffen hat. Das ist alles, werter Legendenerzähler. Alles dies hat mit dem im Artikel geschilderten Sachverhalt aber nichts zu tun

  2. Andreasam 22. Februar 2013 um 15:02 Uhr

    Sehr geehrter Murgpirat,

    der einfachheithalber dutze ich Sie:
    Du fragst warum Tauss sich immernoch mit der Piratenpartei beschäftigt. Dazu als Antwort: Aus den gleichen Gründen wie ich! Als die Piraten gegründet wurden und ihre ersten Idee und Konzepte vorgestellt haben, war ich (und viele andere) begeistert und hatte Hoffnung, dass es endlich eine Alternative zu CDUGRÜNDEFDPSPD geben würde, die nicht per Prinzip ausgeschlossen wird, wie die Linke (Hauptargument: die Linke ist grundsätzlich böse, weil das alles SEDler und Stasi-Leute sind). Die Piraten hatten diesen Nachteil nicht, stattdessen hatten sie Ideen und neue Konzepte (Liquid Feedback).

    Aber was hört man heute von den Piraten? Nur interne Kackscheiße (sorry), wer aktuell mit wem im Klinsch liegt, Berichte in den Medien, weil eine Piratin darüber twittert, mit wem sie gefickt hat (oder was immer da getwittert wurde), etc. pp. Dann die derzeitige Aktion um Ponader, dann Schlömer, der Köpfe statt Inhalte will (war das nicht mal andersherum geplant?) und vor allem, diese ganzen Spinner, die im realen Leben nichts gebacken bekommen und stattdessen den Piraten beigetreten sind, um irgendwelche Posten abzugreifen. Und diese Leute ekeln die wirklich interessierten und engagierten Leute aus der Partei.

    Nur mal so als Anmerkung, wie die Piraten von Außenstehende gesehen wird. Ach übrigens: Auf meine Stimme braucht ihr Spinner nicht zu hoffen! Ich hoffe ein Teil der Piraten spaltet sich ab und gründet eien Partei mit den Idealen der “alten” Piratenpartei! Ohne Leute wie Schlömer, Lauer, Schramm, der nukleria und spackeria!

  3. Tobias Karowam 22. Februar 2013 um 15:08 Uhr

    >Inhalte sucht man bei ihm und “Piraten” wie ihm vergeblich.

    Leider falsch Herr Tauss, Henrik (Murgpirat) ist federführend bei der Erarbeitung unseres bislang 36 seitigem Kommunalprogramm.

    MfG,
    Tobias Karow


    Anmerkung tauss: Prima. Das werde ich dann gerne veröffentlichen. Wo ist es einsehbar? Wer ist uns?

  4. [...] schönes Beispiel für den aktuellen Zustand der Piraten sind auch Beiträge von Tauss und die Kommentare darin. Wer sich den Kommentar von “Andreas” mal durchgelesen hat, [...]

  5. Tobias Karowam 23. Februar 2013 um 17:26 Uhr

    >Prima. Das werde ich dann gerne veröffentlichen. Wo ist es einsehbar?
    Unser Kommunalprogramm ist noch in Arbeit, kann im Pad eingesehen werden(https://pirababa.piratenpad.de/001). Wird, wie geplant, Ende März auf unserer Kreismitgliederversammlung verabschiedet werden(oder auch nicht, je nach Abstimmung).
    Solange kannst du aber schon mal das Kommunalprogramm der Piraten in deinem Landkreis veröffentlichen, das wurde letztes Wochenende beschlossen:
    http://wiki.piratenpartei.de/BW:Kreisverband_Karlsruhe-Land/Kommunalprogramm

    >Wer ist uns?
    Die Piraten im Landkreis Rastatt/Baden-Baden.

    MfG,
    Tobias Karow

  6. spieltkeinerolleam 23. Februar 2013 um 22:57 Uhr

    Erst die angebliche Berlin-Verschwörung, jetzt die angebliche Pallasch-Verschwörung. Wer soll solchen Unsinn von Ihnen noch ernst nehmen?
    Weil Sie sich persönlich nicht mit Lars Pallasch vertragen haben, kommt jetzt so etwas.

    Anmerkung tauss: Ich habe mir erlaubt, Grammatik und Rechtschreibung in obiger Mitteilung gleich zu korrigieren.

  7. Wolfgang Ksollam 24. Februar 2013 um 13:21 Uhr

    Es sieht so aus, als wenn die Piratenpartei (auch wegen ihrer IT-Affinität) die Gartner-Hype-Kurve abfährt:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hype-Zyklus
    Danach könnte man meinen, dass man gerade auf dem Weg von dem Gipfel der überzogenen Erwartungen gerade in das Tal der Enttäuschungen rutscht. Viele Bürger draußen im Lande sind derzeit über die Piraten enttäuscht.

    Als optimistischer Rheinländer kann ich mir aber auch vorstellen, dass die Phasen des Pfades der Erleuchtung und der Plateau der Produktivität noch kommen.

    Um da anzukommen, könnte ich mir vorstellen, dass man ein wenig mehr Respekt vor der Person des jeweils anderen gewähren lässt. Das gilt sowohl für Seite der Hausverbotserteiler als auch die Seite der Schmutzige-Wäsche-Wascher.

    Politik ist schwierig und wird durch ungeahnte Möglichkeiten der Transparenz nicht zwangsläufig einfacher.

    Um im Gartner Bild zu bleiben: ich würde mich freuen, wenn man die Kurve bekommt und wertvolle Beiträge für das Land liefern könnte. Und da wo Fehler passieren, wir man an einer Professionalisierung der Lösung arbeiten müssen. Andere haben das auch geschafft.

    Der linke Rand in Deutschland hat den Rechten immer zur Macht verholfen, weil sie sich mit erotischer Lust zerrieben, zerfasert, zerstritten, gespaltet haben. Muss ja nicht sein :-)

  8. Saschaam 17. März 2013 um 06:16 Uhr

    Hallo!

    Wie ist nun der neueste Stand um Pallasch? Anzeige ja oder nein? Oder lügt er und hat einen Grund gesucht, um abzuspringen?
    André hat ja versucht die Sache aufzuarbeiten, aber Ergebnisse? Mangelware!
    Es ist schon traurig, dass ein (ehemaliger) LV Vorsitzende Aussagen tätigt, die kaum nachprüfbar sind, wie geht es nun weiter?
    Oder nimmt man die Aussagen hin (auch wenn es womöglich Falschaussagen sind) und geht zum Alltagsgeschäft über.

    Bis dann!

    Anmerkung tauss: Der neue Stand ist zugleich der alte Stand. Auch auf erneute Rückfragen bestätigten Staatsanwaltschaft wie das LKA Baden- Württemberg, dass seitens des Pallasch keine Anzeige vorliegt und dass keinerlei Ermittlungen in dieser Angelegenheit laufen. Der LaVo der Piraten Baden-Württemberg betrachtet wohl daher alle Nachfragen als unerwünscht und hält dennoch an seiner, auf der Darstellung Pallasch beruhenden, falschen Version und Pressemitteilung fest.

    Interessant ist, dass der LaVo Baden- Württemberg wie die frühere Interimsvorsitzende Hauth auch auf Anfragen des früheren Landesvorsitzenden Martens in dieser Angelegenheit nicht reagieren. Nach mir zugegangenen Informationen wurde auch am Rande des Landesparteitags in Flein an den bisherigen Behauptungen festgehalten und weiterhin fälschlicherweise verbreitet, der “Staatsschutz” Baden- Württemberg “ermittle”. Auch diese wurde durch das LKA BaWü mir gegenüber jetzt schon mehrfach dementiert.