{"id":2883,"date":"2011-11-20T16:18:17","date_gmt":"2011-11-20T15:18:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tauss-gezwitscher.de\/?p=2883"},"modified":"2011-11-25T19:49:52","modified_gmt":"2011-11-25T18:49:52","slug":"von-elopak-und-lugenpak","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tauss-gezwitscher.de\/?p=2883","title":{"rendered":"Von Elopak und L\u00fcgen&#8220;pak&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>K\u00fcrzlich stritt ich mich mit jemandem \u00fcber die Frage, ob man bei einer <em>Wildnistour<\/em> in <em>Schweden <\/em>\u00c4ste von einem Baum entfernen darf, um sich dort bei einer <em>Winterwanderung<\/em> ohne Zelt ein Camp bauen. Schlie\u00dflich gibt das<a href=\" http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jedermannsrecht\"><em> \u201eJedermannsrecht\u201c <\/em><\/a>die M\u00f6glichkeit, sich ausgiebig in der Natur zu tummeln. <em>Nicht st\u00f6ren, nichts zerst\u00f6ren <\/em>\u2013 so lautet die Grundregel des <em>Allemansr\u00e4tt,<\/em> eines nicht nur aus <em>Schweden<\/em> bekannten Rechts zum <em>Gemeingebrauch der Natur<\/em>. Und deshalb sind auch \u00c4ste zu schonen. Punkt. Damit habe ich einen gewichtigen Beitrag zur Rettung des schwedischen Waldes geliefert.<!--more--><\/p>\n<p>Also sch\u00fctte ich mir nach Abschlu\u00df der Diskussion zufrieden frische <em>Milch aus dem Karton<\/em> in den Kaffee. Biomilch war es nicht. Aber wenigstens Milch. Doch auch Bio-Milch kommt aus dem Karton. Zitat des Herstellers <em>Elopak <\/em>aus der sch\u00f6nen Stadt Speyer:<\/p>\n<blockquote><p><em>Die Schwarzwaldmilch Bio-Milch wird in der Halbfett- (1,5%) und Vollmilch (3,8% Fett)-Qualit\u00e4t im 1ltr. Pure-Pak\u00ae \u00a0Karton abgef\u00fcllt. Die Vollmilch ist zus\u00e4tzlich noch im 500 ml Pure-Pak\u00ae Karton erh\u00e4ltlich. Die Schwarzw\u00e4lder Bioland Produkte tragen das G\u00fctesiegel Bioland und stehen so f\u00fcr h\u00f6chste Qualit\u00e4t aus einem intakten \u00d6kosystem.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>H\u00f6chste Qualit\u00e4t aus einem intakten \u00d6kosystem. Ich werde immer zufriedener. Also kommt mein <em>Karton <\/em>&#8211; \u00d6ko hin oder her &#8211; aus schwedischen \u00d6ko- W\u00e4ldern. Also von dort, wo der <em>Wildniscamper<\/em> keine Zweige entfernen darf.<\/p>\n<p>Zweifel an meinem \u00d6ko- Verhalten kommen irgendwie trotzdem auf, informiere mich und erfahre \u00a0auf der Homepage des <em><a href=\"http:\/\/www.wwf.de\/\">wwf <\/a> &#8211; F\u00f6rderers:<\/em><\/p>\n<blockquote><p><em>&#8230;.unser Milchkarton ist zutiefst nachhaltig&#8230;.. <\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>und somit richtig gut f\u00fcr die Natur.<\/p>\n<p>K\u00fcmmern wir uns also ausnahmsweise nicht um den Regenwald auf Borneo und in Brasilien, sondern um interessante Details zur nordischen Waldwirtschaft, die uns <em>Elopak <\/em>vermittelt <a href=\"http:\/\/www.elopak.de\/language=de\/6329\/nachhaltige-forstwirtschaft\">(hier zum gesamten Artikel und den sch\u00f6nen M\u00e4rchen vom Wald):<\/a><\/p>\n<blockquote><p><em>In nachhaltig bewirtschafteten W\u00e4ldern werden eingeschlagene B\u00e4ume ersetzt: zum einen durch Setzlinge, zum anderen durch nat\u00fcrliche Regeneration. In den nordischen W\u00e4ldern werden \u00fcblicherweise 3-5 neue B\u00e4ume f\u00fcr jeden gef\u00e4llten gesetzt. Finnland, Norwegen und Schweden verzeichnen daher wachsende Waldbest\u00e4nde!<\/em><\/p>\n<p><em> In Schweden werden 85 Millionen m\u00b3 Holz j\u00e4hrlich gef\u00e4llt, dagegen steht ein Zuwachs von 114m\u00b3.<br \/>\nNachhaltig bewirtschaftete W\u00e4lder sorgen f\u00fcr biologische Vielfalt. In ihnen wachsen zahlreiche Baumarten gut durchmischt. Tote St\u00e4mme bleiben im Wald und bieten Insekten und V\u00f6geln Lebensraum. Sobald die Forstwirte einen Baumbestand geschlagen haben, forsten sie die Fl\u00e4che wieder auf. Wertvolle Biotope wie etwa Bachufer bleiben weitgehend unber\u00fchrt. Wo die Erntemaschinen einen Bach \u00fcberqueren m\u00fcssen, wird eine Br\u00fccke gebaut um die Organismen darin nicht zu beeintr\u00e4chtigen.<br \/>\nW\u00e4lder sind einzigartige Klimasch\u00fctzer<br \/>\nAufgrund der Absorbierung klimasch\u00e4dlicher Treibhausgase leisten die W\u00e4lder zus\u00e4tzlich einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Insbesondere junge B\u00e4ume nehmen um zu wachsen, CO2 auf und setzen im Gegenzug Sauerstoff frei.<br \/>\nIn W\u00e4ldern ist die Speicherkapazit\u00e4t von Kohlenstoff 20 bis 50 mal h\u00f6her als in anderen \u00d6kosystemen.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Soweit so gut. Doch die Realit\u00e4t zum Thema schwedischer Wald stellen Waldsch\u00fctzer von\u00a0<em>protecttheforest<\/em> irgendwie ganz anders dar <em><a href=\"http:\/\/protecttheforest.se\/de\/ueber-den-schwedischen-wald\">(hier zum ganzen Artikel)<\/a><\/em>:<\/p>\n<blockquote><p><em>Mehr als die H\u00e4lfte der Landfl\u00e4che Schwedens ist mit Wald bedeckt. Die Waldpolitik des Landes und forstwirtschaftliche Methoden haben den gr\u00f6\u00dften Teil der Waldlandschaft in Industriew\u00e4lder umgewandelt, denen die charakteristischen Eigenschaften von Naturw\u00e4ldern abhanden gekommen sind. Alte Naturw\u00e4lder werden abgeholzt und durch Plantagen und Wirtschaftsw\u00e4ldern mit niedrigem Naturwert ersetzt. Nur noch einige wenige Prozent des produktiven Waldes unterhalb der fj\u00e4llnahen Grenze bestehen aus Altwald mit hohem Naturschutzwert&#8230;&#8230;<\/em><\/p>\n<p>Und leider <em>werden abwechslungs-, artenreiche Naturw\u00e4lder und alte Bauernhofw\u00e4lder, oft mit unzureichender R\u00fccksichtnahme der Natur gegen\u00fcber, in Industrie\u00e4cker verwandelt&#8230;<\/em><\/p>\n<p>Die Waldbesitzer <em>werben f\u00fcr eine aktive Forstwirtschaft, bei welcher alte B\u00e4ume gef\u00e4llt werden und f\u00fcr unterschiedliche Holzprodukte angewendet werden. Die gef\u00e4llten B\u00e4ume werden anschlie\u00dfend durch neue B\u00e4ume ersetzt. Das soll\u00a0 \u2013 wird behauptet \u2013\u00a0das Klima beg\u00fcnstigen. Die Tatsache jedoch, dass Abholzungen von Altw\u00e4ldern den Treibhauseffekt verst\u00e4rken, wird nicht einmal erw\u00e4hnt. Ein Wald speichert enorme Mengen an Kohlenstoff, sowohl in Holzbiomasse als auch im Boden. Wenn der Wald abgeholzt wird, wird der eingelagerte Kohlenstoff des Bodens frei gegeben, vor allem bei der Bearbeitung des Bodens. Je \u00e4lter der Wald ist desto mehr Kohlenstoff ist im Boden und in Holzbiomasse eingelagert und desto mehr Kohlenstoff wird logischerweise bei Abholzungen frei gesetzt. Studien an der Universit\u00e4t Lund haben gezeigt, dass es bis zu 30 Jahren dauert bis die Kohlendioxidabgabe durch die Aufnahme der nachwachsenden B\u00e4ume kompensiert.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Man sieht: Nicht alles ist <em>Bio<\/em>. Am wenigsten der Pack der (Bio-) Milch. Und nicht alles ist wahr. Schon gar nicht die besch\u00f6nigenden L\u00fcgereien der PAK-Industrie. Dennoch: Wer in Schweden zeltet, sollte wirklich keine Zweige abreissen und B\u00e4ume umhacken. Das tut er schon zu Hause mit seinem Milchkarton &#8211; und zwar ganz ohne jede \u00dcberstrapazierung des <em>Allemansr\u00e4tt<\/em>. Und der <em>WWF <\/em>sollte sich einmal mehr etwas sorgf\u00e4ltiger seine Kooperationspartner aussuchen. Oder ist er tats\u00e4chlich nur ein Deckm\u00e4ntelchen f\u00fcr globale Waldzerst\u00f6rer?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcrzlich stritt ich mich mit jemandem \u00fcber die Frage, ob man bei einer Wildnistour in Schweden \u00c4ste von einem Baum entfernen darf, um sich dort bei einer Winterwanderung ohne Zelt ein Camp bauen. Schlie\u00dflich gibt das \u201eJedermannsrecht\u201c die M\u00f6glichkeit, sich ausgiebig in der Natur zu tummeln. 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