{"id":1476,"date":"2010-11-23T17:02:51","date_gmt":"2010-11-23T15:02:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tauss-gezwitscher.de\/?p=1476"},"modified":"2010-11-25T13:20:05","modified_gmt":"2010-11-25T12:20:05","slug":"es-ist-immer-einfach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tauss-gezwitscher.de\/?p=1476","title":{"rendered":"&#8230;es ist immer einfach&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><em>Hermann G\u00f6ring<\/em>, Gr\u00fcnder der <em>Gestapo<\/em> und Organisator der <em>\u201eEndl\u00f6sung\u201c f\u00fcr die Judenfrage<\/em> wurde Monate vor seiner Hinrichtung am 18. 4. 1946 in dessen Zelle in N\u00fcrnberg interviewt. Er sagte dabei w\u00f6rtlich<\/p>\n<p><em> &#8230;es ist immer einfach, die Menschen hinter sich zu bringen&#8230;Alles was man ihnen zu erz\u00e4hlen hat ist, sie w\u00fcrden angegriffen &#8230;und man beschuldigt andere, das Land in Gefahr zu bringen&#8230;<\/em><\/p>\n<p>\u00c4hnlichkeiten mit lebenden Personen sind zuf\u00e4llig und nicht gewollt. Aber es funktioniert auch heute noch erschreckend nach dieser Masche. Medial werden die Menschen &#8222;sturmreif&#8220; geschossen und es werden ihnen die Gegner gezeigt. Erhart K\u00f6rting hat dazu aufgerufen,<\/p>\n<p><em>&#8222;Berliner sollten seltsam aussehende oder arabisch sprechende Nachbarn den Beh\u00f6rden melden.&#8220; <\/em><\/p>\n<p><em><\/em>Das ist der Stoff, von dem G\u00f6ring spricht und der ihm sein Morden erleichterte.<!--more--><\/p>\n<p>Ich will den derzeitigen Berliner Innensenator nun nicht als Nazi bezeichnen. Dieser Mann ist nach meiner langj\u00e4hrigen Beobachtung schlicht nur dumm. Aber schon deshalb ist er gef\u00e4hrlich. Er allein ist ein hinreichender Grund, den gesamten Wowereit-Senat in die W\u00fcste zu schicken, sollte der Regierende B\u00fcrgermeister nicht selbst intelligent genug sein, diesen uns\u00e4glichen Senator schon vor der (Ab-)Wahl politisch endzulagern.<\/p>\n<p>Was in diesen Tagen aber deutlich wird, hat Heribert Prantl (SZ) anschaulich beschrieben: <em>&#8222;Die rasende Aufgescheuchtheit, die fiebrige Hysterie kann einem Himmelangst machen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Gro\u00dfe Teile der Leitmedien, voran BILD, der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk und das ehemalige Nachrichtenmagazin SPIEGEL sind es, die diese Aufgescheuchtheit produzieren. Sie sind die Viren, mit denen das Fieber \u00fcbertragen wird. &#8222;Sturmangriffe&#8220; auf den Reichstag, das dortige &#8222;Blutbad&#8220;, &#8222;Selbstmordattentate&#8220; auf Weihnachtsm\u00e4rkten, de Maizi\u00e8res &#8222;Kofferbombe&#8220; in Namibia (die sich dann dummerweise als peinlich statt bedrohlich erwies), Bahnhofssperrung in D\u00fcsseldorf&#8230;<\/p>\n<p>Der internationale Dschihad-Terrorismus lauert eben immer und \u00fcberall. Und die Lautsprecher in den Innenministerien, im Bundeskriminalamt und in den &#8222;Leitmedien&#8220; besorgen dessen Gesch\u00e4ft. Fakten gibt es nicht. Es wird mit Pseudo-Informationen spekuliert, manpuliert und herumgepuzzelt, bis man die gew\u00fcnschte &#8222;Bedrohungslage&#8220; erzeugt hat und sich der Alarmismus \u00fcberschl\u00e4gt. Seri\u00f6se Polizeiarbeit nicht mit Hirn, sondern mit der Maschinenpistole auf dem R\u00fccken in vollen S-Bahn-Z\u00fcgen und in Menschenansammlungen.<\/p>\n<p>Die erste Zielsetzung der Hysterieerzeugung ist klar: Umsatz am Kiosk und Einschaltquoten. Der erhoffte Ausnahmezustand verkauft sich besser als jede Normalit\u00e4t. Die zweite Zielsetzung ist politischer Natur. Die EU mit ihrer fanatisierten Innenkommissarin Malmstr\u00f6m bekommt Oberwasser bei den Planung eines europ\u00e4ischen Polizeistaats bis hin zu INDECT und anderer automatisierter B\u00fcrger\u00fcberwachung.<\/p>\n<p><strong>Wirtschaft geht vor Sicherheit<\/strong><\/p>\n<p>Hierzulande freuen sich die politischen Profiteure der Terrorangst wie <em>de Maizi\u00e9re<\/em>, <em>Bosbach<\/em> &amp; Co darauf, weiter den Rechtsstaat zu schleifen und dem Bundesverfassungsgericht und der Justizministerin in Sachen Rechtsstaatlichkeit endlich wieder Schranken aufzuzeigen. <em>Vorratsdatenspeicherung<\/em> ist dabei nur ein Stichwort. Vermeintliche Sicherheit geht heute vor Freiheit. Selbst bei Sch\u00e4uble hiess es damals wenigstens noch, Sicherheit <em>und<\/em> Freiheit. Der Freiheitsbegriff als solcher geht gesellschaftlich vor die Hunde. Freiheit jenseits der Gewerbefreiheit wird als Bedrohung empfunden und bereits in der Werbung entwertet.\u00a0So t\u00f6nt die Deutsche Versicherungswirtschaft derzeit in Inseraten <em>Freiheit ist finanzielle Sicherheit. <\/em>Mit Geld kann man also getrost auf den Rest an Freiheit verzichten. Welche Pervertierung des Begriffs!<\/p>\n<p>Noch unertr\u00e4glicher sind die sogenannten <em>Polizeigewerkschaften<\/em>, die sich heute zunehmend als offen verfassungsfeindliche Organisationen gerieren. Wenn bereits eine mutma\u00dfliche Terrorwarnung zum Bundeswehreinsatz im Inneren f\u00fchren soll kann man sich gar nicht ausmalen, was diesen Interessenvertretern, deren Klientel unsere Freiheit eigentlich sch\u00fctzen soll, im Falle eines noch so minimalen Anschlags dann tats\u00e4chlich einf\u00e4llt. Die Internierungslager des CSU-Politikers <em>Norbert Geis<\/em> w\u00fcrden von diesen beamteten Verfassungsfeinden sicher (wohl auch heute schon) nicht in Frage gestellt.<\/p>\n<p>Und die Kanzlerin? Sie mahnt zur Ruhe und warnt vor &#8222;Panik&#8220;. Damit sch\u00fcrt sie schon durch den mit diesen Aussagen verbundenen Gesichtsausdruck Panik. Orakelnde &#8222;Linke&#8220;, wie deren MdB <em>Bartsch,<\/em> wollen Debatten im Bundestag aber schon mal vorsorglich absagen&#8230;.Politik also nur noch je nach Bedrohungslage und nach dem Terminkalender potenzieller Terroristen? Sieht so &#8222;Ruhe und keine Panik&#8220; aus?<\/p>\n<p>Die Kuppel des Bundestages wurde zun\u00e4chst vorsorglich gesperrt. Das vom Terror bedrohte Volk soll durch dessen Anwesenheit \u00fcber den H\u00e4uptern von Abgeordneten jetzt nicht auch noch zum Sicherheitsrisiko werden. Hoffentlich kamen die Terroristen dann nicht vorsorglich auf die Idee, einen Tisch im Restaurant neben der Kuppel zu bestellen. Denn zahlende G\u00e4ste anstelle des Volkes haben nat\u00fcrlich weiterhin Zutritt. Schliesslich wollen Filetspitzen verspeist sein, bevor sie gesprengt werden.<\/p>\n<p>Aber genau dieser Aberwitz macht groteske Hoffnung.<\/p>\n<p>Wirtschaft geht da im wahrsten Sinne des Wortes vor Sicherheit und Terrorangst.\u00a0Denn wenn schon vergessliche Kinder, die ihren Schulranzen am Bahnhof ablegen, diesen paranodien Staat in die Totalblockade bringen k\u00f6nnten: Was erst k\u00f6nnen dann andere?\u00a0Warum sollten sich Terroristen noch umbringen und all zu fr\u00fch ausgerechnet in Deutschland den M\u00e4rtyrertod sterben, wenn sie nur ihren leeren Koffer auf Flugh\u00e4fen und auf Bahnh\u00f6fen abzustellen brauchen und schon bricht das erhoffte Chaos aus?<\/p>\n<p>Wenige Plastikt\u00fcten voller Elektroschrott gen\u00fcgen und ALLE R\u00e4der stehen still.\u00a0Das also ist die Hoffnung unserer Zeit: Nicht etwa, dass ein SPIEGEl- Chefredakteur gegen den Wahn anschreibt, selbst wenn in der Union schon offen \u00fcber Begrenzungen der Pressefreiheit orakelt wird.<\/p>\n<p>Aber dass die Wirtschaftsverb\u00e4nde alsbald um unverz\u00fcgliche Beendigung des ganzen Terrorged\u00f6ns bitten, sobald es in den Kassen wegen Stillstands der Infrastruktur im Lande nicht mehr klingelt, d\u00fcrfte wahrscheinlicher als ein Anschlag sein. Der Einzelhandel erwartet ein gutes Weihnachtsgesch\u00e4ft. Auch das st\u00e4rkt die Hoffnung, dass \u00fcber die gestern &#8222;eingereisten&#8220; Terroristen bald nicht mehr gesprochen wird Wenn Terrorhysterie zu schlechten B\u00f6senkursen f\u00fchrt, h\u00f6rt jeglicher Spass aber nun wirklich auf!<\/p>\n<p>Die Hoffnung, dass es dem gegen\u00fcber in der politischen F\u00fchrungselite im Land und an der Spitze seiner Sicherheitsorgane schon gen\u00fcgend Demokraten gibt, die sich im Zweifel vor den Rechtsstaat stellen, ist aufzugeben. Das aber ist der eigentliche Grund zur Beunruhigung und Prantls Angst wohl mehr als berechtigt. Aber dies nach den Erfahrungen der letzten Tage zu wissen ist f\u00fcr Demokraten ja auch schon was.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hermann G\u00f6ring, Gr\u00fcnder der Gestapo und Organisator der \u201eEndl\u00f6sung\u201c f\u00fcr die Judenfrage wurde Monate vor seiner Hinrichtung am 18. 4. 1946 in dessen Zelle in N\u00fcrnberg interviewt. 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