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Archiv für das Tag 'Atom'

Werte Atommafia: Behaltet Euren Sch…..

11. Mai 2014

Die Kernkraftwerksbetreiber in Deutschland, nachstehend Atommafia genannt, wollen die bestehenden Atomkraftwerke in eine „Stiftung“ einbringen, die dann auch für die Abbruchkosten alter Atommeiler eintritt und haftet. Gute Idee. Nicht neu aber bewährt: Der Staat soll‘s richten. Es fehlt eigentlich nur noch der Gedanke einer gemeinnützigen Stiftung, bei der die edlen philantrophischen Stifter von EnBW, EON bis RWE und Vattenfall ihre großzügigen Stiftungen dann auch noch steuerbegünstigt einbringen. Das Volk wird jubeln. Steuerzahler und Stromkunden erst recht. Und zahlen.

Das ungemütliche Risiko der Kernkraft soll, inclusive deren Abbruchkosten, endlich dorthin verlagert werden, wohin es “gehört”. In die gesamte Gesellschaft, die doch wirklich nach preiswertem Atomstrom lechzt, in den die Kosten der Kernkraftmisere nie eingerechnet wurden.

Vorstände und Aktionäre der  AKW- (An-)Stifter könnten so endlich sorgenfrei statt schlaflos in die Zukunft blicken. Sie sind der atomaren Zauberlehrlinge, die sie riefen, ohnehin überdrüssig und wollen sich derer erledigen. Im Gegenzug wird dann von deren Seite eventuell und großzügig darauf verzichtet, den Staat wegen des Atomausstiegs zu verklagen. Und auch auf ein TTIP- Schiedsverfahren muss man dann nicht mehr warten.

Ein gutes „Muster“ für die Sache könnte die vertragliche Gestaltung des Abbaus der Wiederaufarbeitungsanlage (WAK) auf dem Gelände des ehemaligen Kernforschungszentrums in Nähe Karlsruhe sein.

Die Kosten des „Rückbaus“ wurden in den 80iger Jahren auf 2 Milliarden Mark geschätzt. Also schloss der damalige Forschungsminister Riesenhuber mit der Atomindustrie einen „vorbildlichen“ Deal. Der Betrag sollte hälftig aufgebracht werden: Rund 1 Milliarde Industrie (als einmaligen Betrag), 1 Milliarde öffentliche Hand (Bund und Land Baden-Württemberg). Dummerweise war dieses Geld aber schon 2005 aufgebraucht. Seitdem stiegen und stiegen die Kosten. Nur drei Jahre später lagen die Kosten bereits bei 3,2 Milliarden. Der Steuerzahler zahlte. Dummerweise aber zwischenzeitlich Euro und nicht mehr „nur“ in D-Mark.  Und bis 2020 werden es wohl bereits vier Milliarden sein. Wie gesagt: Euro. Damit haben sich die Kosten in Mark vervierfacht.

Man kann sich so ganz gut ausrechnen, welche Summen aus dem Abbruch der atomaren Anlagen in mittlerer Zukunft insgesamt anfallen werden. Steuerbegünstigt zurückgelegt hat die Atommafia nach eigenen Angaben derzeit 30 Milliarden €, die sie “großzügig” in die Stiftung mit einbringen will. Gehen wir auch hier getrost von einer Vervierfachung der tatsächlichen Kosten aus. dann sind wir bei nur 90 – 100 Milliarden zusätzlicher Risiken für die staatlichen Haushalte.

Werte Atommafia: Behaltet also Euren Sch…. Und löffelt ihn selbst aus.

PS: Dessen ungeachtet: Ich wette nicht, dass sich unsere Bundesregierung und die GroKo auf solch‘ preiswerte Deals einer Privat-Public „Partnership“ nicht einliesse. Ein Riesenhuber findet sich für eine entsprechende Unterschrift immer. Und hieße er Gabriel.

Nachtrag v. 12. 5. 14

PS 2: “Gewonnen” hat allerdings nun doch kein Sozialdemokrat aus dem Kohle- Ländle NRW, sondern der hessische Ministerpräsident Bouffier. Er will über das vergifte Angebot der Atommafia schon mal “reden”:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/atomkraft-hessen-regierungschef-bouffier-will-ueber-bad-bank-reden-a-968921.html

 

15 Atompiraten

4. August 2012

Unter der Leitung eines radikalen Evangelikalen und bekennenden Kreationisten, Rainer Klute,  haben sich in der Piratenpartei 15 Mitglieder in einer AG „Nuklearia“ aufgemacht, die Welt weiterhin mit Kernkraft zu beglücken. So fiel den begeisterten innerparteilichen Atomlobbyisten jetzt auf, dass das ungelöste Atommüllproblem doch ein starkes Argument gegen Kernkraft ist. Also hat man sich kurzerhand dazu entschlossen, das Problem als gelöst anzusehen.

In einem zum Kauf angebotenen Flyer wird behauptet, „fertig entwickelte Reaktortypen“, die Atommüll als Brennstoff verarbeiten können „warteten nur noch auf ein politisches Signal“. Atommüll könnte als Energiequelle genutzt werden. Merkwürdig, dass der sonst so aktiven Atomindustrielobby und “der Politik” außerhalb der Piratenpartei dieses geniale Argument zur Lösung aller ihrer Probleme noch nicht selbst eingefallen ist. Offensichtlich ist aber selbst Schwarzgelb oder der Energiewirtschaft diese Behauptung nicht seriös genug. Finanzieren will sie die tollen neuen Reaktoren nicht. Denn: Die Behauptung stimmt so auch nicht.

 „Transmutation“

Im belgischen Mol will die EU in den nächsten 20 Jahren hierzu ein weiteres Milliardengrab in Sachen Kernkraft aufmachen. Dort soll ein Versuchsbetrieb (!) entstehen, ob Atommüll tatsächlich „entschärft“ und zur Energiegewinnung eingesetzt werden kann. Diese „4.Reaktorlinie“ ist die letzte Hoffnung der Atomkraftbefürworter und der 15 Atompiraten. Leider sind die Forscher aber nicht so fix, wie diese unter der Leitung ihres Gurus Klute, vormals Presssprecher der NRW-Piraten und dort verhinderter Landtagskandidat, zu wissen glauben. Als langjähriger Forschungspolitiker wurde ich mit der Idee der eierlegenden Atomwollmilchsau „Transmutation“ von Atommüll übrigens jahrelang immer wieder beglückt. Vor allem mit dem Wunsch nach ganz viel Geld dafür.

Und JA: Daran wird durchaus seriös geforscht. Sogar in meinem ehemaligen Wahlkreis am Karlsruher KIT, einem Konstrukt aus Uni Karlsruhe und dem vormaligen (Kern-)Forschungszentrum Karlsruhe. Allerdings hat man dort wie anderswo (auch in Frankreich) im Praxisbetrieb noch nicht einmal das Problem gelöst, wie der Atommüll „sortenrein“ gewonnen und somit verarbeitet werden könnte. Im Labormaßstab funktionierte dies gelegentlich. Doch auf Tonnen von Plutonium angewandt eben nicht. Wackersdorf wäre dagegen eine Kleinanlage gewesen. Wie bei der Kernfusion, einem weiteren Hoffnungsträger von Kernkraftlobbyisten, arbeitet man zudem immer noch am Problem der Kühlung anfallender Prozesse. Man weiß noch nicht einmal, ob das Ziel der Energieerzeugung überhaupt funktionieren könnte oder ob „nur“ der Müll entschärft werden kann und soll. Auch dieses ist nicht profan, denn für die Transmutation würde ein erheblicher Teil der produzierten Energie gleich selbst verbraucht.

Für die 15 Atom-Piraten ist das alles gelöst. Zitat: „Im heute vorhandenen Atommüll steckt solch eine Fülle von Energie, dass wir den Bedarf Deutschlands für einige hundert Jahre damit decken können”. Die Begeisterung erinnert an den Beginn der Kernkraft in den 50igern

Allerdings ahnt man in der Piratenpartei, dass die spinnerte Truppe um Klute immerhin parteiintern einen GAU auslösen kann. Die Piraten als letzte Atompartei? Dieses Etikett will man sich, zumal vor der Bundestagswahl, wohl nicht anheften lassen. Deshalb wurde der Landesverband NRW aufgefordert, wiederum Klute aufzufordern, den Flyer nicht als „Piratenpartei Deutschland“ zu verbreiten. Doch dort erfolgte bislang keinerlei Reaktion.

Reagiert hat lediglich Klute, aber wiederum als „Piratenpartei Deutschland“. Er änderte den Hinweis im Impressum in die originelle Worthülse „Äußerungen der AG Nuklearia entsprechen nicht notwendigerweise der Mehrheitsmeinung (soweit vorhanden) der Piratenpartei Deutschland“.

Allerdings ist auch dies nur wieder Trickserei. Denn die Piratenpartei hat einen klaren Beschluss: “Die Piratenpartei Deutschland lehnt die Stromerzeugung durch Kernspaltung ab.”

Gegen Klute liegen jetzt beim Bundesvorstand der Partei Beschwerden mit dem Ziel von Ordnungsmaßmahmen vor. Man darf gespannt sein. Auch, ob aus NRW doch noch eine Reaktion kommt.

Die CDU war nie Atompartei! Es war der chinesische Volkskongress!

14. März 2011

Die baden-württembergische Umweltministerin Gönner hat heute endlich klar gemacht, dass die CDU „nie Atompartei“ war. Das ist sicher eine unumstößliche Wahrheit. Es wollte auch nie jemand eine Mauer bauen und die Erde ist eine Scheibe. Wie aber konnte es zu diesem jahrelangen tragischen kommunikativen Irrtum kommen? Neue Dokumente zur heutigen Sitzung des chinesischen Volkskongresses bestätigen glücklicherweise rechtzeitig vor den deutschen Landtagswahlen den ungeheuerlichen Verdacht einer kommunistischen Verschwörung aus dem Reich der Mitte gegen die Anti- AKW- Partei der deutschen Mitte CDU! Den ganzen Beitrag lesen »

….dass nichts bleibt wie es war….

11. März 2011

In Anbetracht der schlimmen Videos (Tagesschau und  CNN ), Fotos und Nachrichten aus Japan ist mir heute weder nach Humor noch Zoff.

Höre ausnahmsweise Hannes Wader…… Heute hier, morgen dort

Schwerer verdaulich: Kraftwerk – Radioactivity

Weitere Bilder aus den betroffenen Regionen, Satellitenaufnahmen vorher-nachher

Fotos einer Drone über dem Fukushima Kraftwerksgelände

http://cryptome.org/eyeball/daiichi-npp/daiichi-photos.htm