Stellungnahmen der Kinderpornoszene

Da die PM von 19.24 Uhr nicht auf der Homepage von Innocence in Danger zu finden ist ,will ich ja nicht so sein und veröffentliche mal auf vielfältigen Wunsch Steffi zu Guttenbergs Stellungnahme :

Internetpornographie bleibt frei zugänglich – ein Hohn für die Opfer

Innocence in Danger kritisiert Verzicht der Bundesregierung auf Netzsperren

Die Entscheidung der Bundesregierung auf das Sperren kinderpornographischer Seiten im Internet zu verzichten, verhöhnt die Opfer von sexuellem Missbrauch einmal mehr. Seiten mit erwiesenermaßen kriminellem Inhalt bleiben somit bis zu ihrer Löschung weiterhin für jedermann frei zugänglich. Das Ergebnis, dass 32% der Seiten selbst nach einer Woche noch online sind, ist ein Drama für die Opfer angesichts der Tatsache, dass eine einzelne Website mitunter bis zu 12.000 mal pro Woche angeklickt wird. Aufgrund dessen möchte Innocence in Danger die Frage nicht reduzieren auf „Sperren ODER Löschen“, sondern befürwortet ein Sperren entsprechender Seiten BIS gelöscht wird.

Stephanie zu Guttenberg, Präsidentin der deutschen Sektion von Innocence in Danger e.V., stellt klar: „Aus der Sicht der Opfer kann man wohl kaum von Erfolg sprechen, wenn Seiten deren Inhalt offensichtlich als kriminell erkannt wurde, weiterhin genutzt werden können, bis sie vielleicht irgendwann gelöscht werden. Es wird Zeit, dass wir mehr für die Opfer tun. Kinderschutz sieht anders aus!“

Julia von Weiler, Geschäftsführerin von Innocence in Danger e.V. verdeutlicht: „Auch der Konsum von Kinderpornographie ist eine Form von Kindesmissbrauch. Folglich bedeutet die getroffene Entscheidung, dass die Bundesregierung es toleriert, wenn diese Art von Kindesmissbrauch solange weiter fortgesetzt wird, bis die entsprechenden Seiten gelöscht sind.“

Innocence in Danger ist eine weltweite Bewegung gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und kämpft  insbesondere gegen die Verbreitung von Kinderpornographie durch die neuen Medien. 1999 in Paris gegründet hat Innocence in Danger Büros in Frankreich, der Schweiz, den U.S.A., Kolumbien und seit 2003 in Deutschland. Innocence in Danger e.V. sorgt für eine zunehmende Thematisierung von Kindesmissbrauch, klärt auf, und fördert Prävention und Intervention. Innocence in Danger e.V. kümmert sich um die Vernetzung von Initiativen aus Gesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft, Medien, Kultur und Politik, um Hilfe und Aufklärung zu stärken.

Ach so: Die Deutsche Kinderhilfe hat sich auch gemeldet und mir „Reflexe“ vorgehalten. Im Gegensatz zu manch anderem erscheint es mir aber eher normal zu sein, Reflexe zu haben. Hier deren unreflektierte Erkenntnisse:

http://www.kinderhilfe.de/presse/2011/04/2247.php

13 Gedanken zu „Stellungnahmen der Kinderpornoszene

  1. Pingback: Wenn Kinderschutzorganisationen Täterschutz verlangen! « Des Schwachsinns fette Beute

  2. Oliver

    … hilf- und offenkundig willenlos die Bundesregierung im Kampf gegen sexuellen Missbrauch von Kindern ist …

    … Deutschland damit in Europa weiter isoliert …

    … Derjenige, der die Sperren umgeht, was technisch machbar ist, offenbart seine kriminelle Energie und kann dann auch konsequent verfolgt werden …

    … unter dem Mantel eines in diesem Zusammenhang fragwürdigen Freiheitsbegriffs reine Partei- und Klientelpolitik betrieben wird …

    von http://www.kinderhilfe.de/presse/2011/04/2247.php

    Da kriegt man ja Kopfweh vom ständigen Gesichtspalmieren! m(

  3. umgucker

    Wie jetzt? Kann Herr Tauss seine „Nachforschungen“ jetzt nicht mehr so „unorthodox“ betreiben wie weiland?

  4. Rudi

    Herr Taus, sind Sie Fan von Steffi zu Guttenberg? Eine Hübsche Frau die sich in den Medien bringt immer gute Einschaltquoten. 😉
    Zum Thema:
    Das Thema „Stoppschilder im Internet“ reißt nicht ab. Was bringen Sperren? Eigentlich nur den Köderleger des Stoppschildes. IP-Adresse wird registriert und es könnte passieren egal ob auch versehendlich solche Internetseite geöffnet wird, kann man bestraft werden. Wobei sich User die sich gut mit Proxys auskennen, so gut wie gar nicht bestraft werden, weil der Aufwand höher und teurer als das Nutzen ist. Löschen ist eine Sinnvolle Methode. Der Benutzer der solche Seiten im Netz stellt, der sollte gesperrt werden!!! Nein, mit anderen Worten, man möchte die Datenvorratsspeicherung wieder zurück.

  5. Ignatz

    @john

    Die Frage war rhetorisch, oder? 😉
    Die Antwort steht im zweiten Absatz.

    An die von Sango beschriebene Möglichkeit, dass eine Sperrung bei den Betreibern die Alarmglocken schrillen lassen könnte, denken die natürlich nicht. Denn dann wäre ja die gesamte oben gebrachte Argumentation hinfällig und die könnten nicht mehr so laut schreien wie jetzt.

    Ich seh das ganz entspannt. Die Pressemitteilung ist bisher in den Mainstreammedien nicht aufgetaucht und so sehe ich fast keine Gefahr, dass der Großteil der Deutschen etwas davon mitbekommt.

    Grueße
    Ignatz

  6. kar

    Gott, diese Lügenspackos! Kann man da nicht gegen juristisch vorgehen mit Argumenten zahlreicher Sachverständiger als Beweismittel, dass Netzsperren Täterschutz darstellen bzw. durch die Softwaregrundlage für diese gegen die Verbreitung von kinderpornografischen Inhalten absolut ungeeigneten Netsperren zahlreiche Gefahren bestehen? Immerhin wurden – siehe http://bit.ly/htDfLH – solche Tools erkennbar rechtswidrig von einer bestimmten Firma an den Staatsapparat der zwischenzeitlich abgelösten Diktatur in Ägypten verhökert… Von dem anderen (Begünstigung eines undemokratischen Monopols an Domains/Domainendungen und damit verbundene Eingriffe in Freiheitsrechte) mal nicht zu reden! Und bei allem Verständnis, irgendwann muss mal Schluss sein mit dem Lügentheater! Dieses ganze Lügenpack, in dessen Vereinen selbst einiges im argen liegt, einsperren, Schlüssel wegwerfen, das sollte mal Ziel sein! Es reicht einfach! Zumindest muss mal dafür gesorgt werden, dass alle in dieser Frage lügnerisch handelnden Personen endlich zu dem Verbreitungsweg aller Lügen vergleichbar medialer Präsenz gegendarzustellen haben!

  7. rauskucker

    Ich denke, daß die Überschrift näher an der Wahrheit ist als an einem Lapsus. Bei diesen (und anderen) Spendenorganisationen muß ich immer an den guten alten Ablaßhandel denken.

  8. Sango

    Sperren BIS gelöscht ist, ist ähnlich wie das Haus eines Verdächtigen absperren und über Lautsprecher zu schreien „VORSICHT HIER WIRD IN 1-2 WOCHEN EINE HAUSDURCHSUCHUNG STATTFINDEN! BITTE SCHNELL ALLE BEWEISE VERNICHTEN! ACH JA DIE HINTERTÜR HABEN WIR NICHT ABGESPERRT, BITTE SAGEN SIE ES KEINEM WEITER UND MELDEN SIE SICH BEI BESUCHEN BEI UNS UNTER VORLAGE DES PERSONALAUSWEISES AN UND TUN BITTE SO ALS WÄRE NICHTS GEWESEN!“

    Einerseits will die Polizei unbemerkt auf Daten zugreifen und im Vorfeld zu Straftaten ohne konkrete Gefahr handeln(man könnte ja in Afghanistan anrufen), aber da wo es wichtig wäre die Straftäter zu schnappen geht man lieber den lauten und medienwirksameren Weg und warnt alle vor.

  9. john

    Was hat Kinderschutz eigentlich damit zu tun ob eine Seite einige Tage länger on ist oder nicht?

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